Sie haben eine Frisur entdeckt, die Ihnen sofort gefällt – und jetzt soll die Perücke auch so sitzen, als wäre sie für Sie gemacht. Genau dafür gibt es einen einzigen Wert, den Sie kennen sollten: Ihre Perückengröße, gemessen in Zentimetern entlang des Haaransatzes.
Perückengröße auf einen Blick
- Die Perückengröße entspricht dem Kopfumfang in Zentimetern, gemessen entlang des Haaransatzes – von der Stirn hinter den Ohren zum Nacken und zurück (Stand 06/2026).
- Die Standardgröße Average (M) deckt 54 bis 56 cm ab und passt dem allergrößten Teil aller Trägerinnen.
- Perückengröße und Hutgröße sind zwei verschiedene Maße: Hüte werden waagerecht über den Ohren gemessen, Perücken am Haaransatz – die Tabellen sind nicht austauschbar.
- In meinen mehr als 8.000 Beratungen zu Look, Material und Sitz habe ich kaum einen Wert so oft korrigiert wie die selbst geschätzte Kopfgröße: Rund jede zweite Kundin lag mit ihrer Schätzung daneben, meist um ein bis zwei Zentimeter.
- Verstellbänder im Nacken gleichen bei modernen Monturen mehrere Zentimeter aus – wer zwischen zwei Größen liegt, wählt deshalb die größere.
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Welche Perückengrößen gibt es?
Perücken werden in vier Standardgrößen angeboten: XS (48–51 cm), Petite oder S (52–54 cm), Average oder M (54–56 cm) und Large oder L (56–58 cm); die Größe Average passt dabei dem allergrößten Teil aller Trägerinnen (Stand 06/2026). In der Praxis ist Average so dominant, dass im Fachhandel oft nur die Abweichungen davon ausdrücklich benannt werden – eine „Petite“ oder „Large“ im Modellnamen signalisiert also eine Sondergröße, alles andere ist Standardmaß. Für Sie heißt das: Die Auswahl an Frisuren, Farben und Haararten ist in Average am größten, doch auch in den Sondergrößen finden Sie heute moderne Schnitte statt Kompromisse.
Als gelernter Friseur begleite ich das Thema Zweithaar seit 1993, und eine Beobachtung zieht sich durch all die Jahre: Die Größenfrage wird vor dem Kauf unterschätzt und nach dem Kauf überschätzt. Vorher denken viele, „wird schon passen“ – hinterher wird ein Druckgefühl an den Schläfen fälschlich dem Modell oder dem Material zugeschrieben, obwohl schlicht die Größe nicht stimmt. Ein Blick auf die folgende Übersicht erspart Ihnen beides.
| Bezeichnung im Handel | Umfang am Haaransatz | So verbreitet ist die Größe | Spielraum durch Verstellbänder |
|---|---|---|---|
| XS (Extra Small) | 48–51 cm | selten, oft auch bei Kindern | ca. 1–2 cm enger oder weiter |
| Petite / S | 52–54 cm | Sondergröße für kleine Köpfe | ca. 1–2 cm enger oder weiter |
| Average / M | 54–56 cm | Standard, passt den allermeisten | ca. 2–3 cm enger oder weiter |
| Large / L | 56–58 cm | Sondergröße für große Köpfe | ca. 1–2 cm enger oder weiter |
Wie messe ich meinen Kopfumfang für eine Perücke richtig?
Sie messen den Kopfumfang mit einem flexiblen Schneidermaßband entlang des Haaransatzes: an der Stirn knapp über den Augenbrauen ansetzen, hinter den Ohren entlangführen, über den Nacken zurück zum Startpunkt – der abgelesene Zentimeterwert ist Ihre Perückengröße. Wichtig ist, dem natürlichen Verlauf des Haaransatzes zu folgen und das Band bequem anliegen zu lassen, ohne dass es einschneidet. Messen Sie zweimal; stimmen beide Werte überein, können Sie sich auf das Ergebnis verlassen.
Kein Maßband im Haus? Eine Schnur oder ein Geschenkband funktioniert genauso: einmal wie beschrieben um den Kopf legen, die Stelle markieren und die Länge anschließend am Zollstock ablesen. Wenn Sie längeres Eigenhaar tragen, binden Sie es vorher flach im Nacken zusammen – so messen Sie den Kopf und nicht die Frisur. Und falls Sie später überwiegend mit Brille unterwegs sind, behalten Sie diese beim Messen auf: Der Perückenrand verläuft genau dort, wo auch die Bügel sitzen, und nur so spüren Sie vorab, ob sich beides verträgt.
Ist die Perückengröße dasselbe wie die Hutgröße?
Nein – Hutgröße und Perückengröße sind zwei unterschiedliche Maße, auch wenn beide den Kopfumfang beschreiben. Ein Hut wird waagerecht über den Ohren gemessen, eine Perücke dagegen entlang des Haaransatzes, also schräg über Stirn, hinter den Ohren und über den Nacken. Dieselbe Person erhält dadurch zwei verschiedene Werte, und die Größentabellen lassen sich nicht ineinander umrechnen. Auch der Größenratgeber des Frankfurter Herstellers ellen wille, der seit über 50 Jahren Perücken fertigt und zu den führenden Markenherstellern Europas zählt, weist ausdrücklich auf diesen Unterschied hin und nennt 54 bis 56 cm als das Standardmaß, das den allermeisten Frauen passt (Größenratgeber auf peruecke.de, abgerufen 06/2026). Wer also seine Hutgröße kennt, kennt seine Perückengröße noch nicht – das Maßband bleibt der verlässliche Weg.
Was tun, wenn mein Kopfumfang zwischen zwei Größen liegt?
Liegt Ihr Messwert genau zwischen zwei Größen, wählen Sie die größere – sie lässt sich über die eingearbeiteten Verstellsysteme problemlos enger stellen, während eine zu enge Montur kaum Reserven nach außen hat. Praktisch alle modernen Perücken tragen im Nackenbereich Klettverschlüsse, Häkchen oder elastische Züge, mit denen Sie den Umfang in kleinen Stufen anpassen. Mein Tipp aus der Praxis: Stellen Sie die Bänder zu Hause in Ruhe ein und tragen Sie die Perücke danach eine Stunde zur Probe. Drückt nichts an Stirn und Schläfen und bleibt der Sitz beim Bücken stabil, haben Sie Ihre Einstellung gefunden. Sollte die Perücke trotz passender Größe im Alltag wandern, liegt das fast nie am Maß, sondern an der Befestigung – worauf es beim sicheren Halt ankommt, lesen Sie im Beitrag Wie hält eine Perücke sicher?.
Schnell-Check: Welche Größe haben Sie vermutlich – ganz ohne Maßband?
Dieser kleine Drei-Fragen-Check ersetzt keine Messung, gibt Ihnen aber in einer Minute eine fundierte Richtung – ein Extra, das Sie so in keiner Größentabelle finden:
- Wie sitzen Einheitsmützen bei Ihnen? Rutschen sie Ihnen gern in die Stirn → Sie tendieren zu Petite. Sitzen sie normal → Average. Spannen sie oder hinterlassen einen Rand → Large ist wahrscheinlich.
- Wie empfinden Sie Kopfhörerbügel und Haarreifen? Meist zu weit → eher Petite. Unauffällig → Average. Häufig drückend → eher Large.
- Kennen Sie Ihre Hutgröße? Sie ist nicht identisch mit der Perückengröße, aber ein Signal: deutlich unter 54 deutet auf Petite, deutlich über 57 auf Large – dazwischen liegt fast immer Average.
Zwei oder drei Antworten in derselben Spalte? Dann wissen Sie, in welchem Regal Sie zuerst stöbern sollten. Vor dem Kauf bestätigen Sie das Ergebnis bitte trotzdem mit dem Maßband – zwei Minuten, die Ihnen jeden Fehlkauf ersparen.
Welche Rolle spielt die Montur für die Passform?
Die Montur – also die Basis, in die das Haar eingearbeitet ist – entscheidet darüber, wie sich die richtige Größe tatsächlich anfühlt. Elastische, atmungsaktive Monturen schmiegen sich der individuellen Kopfform an und verzeihen kleine Abweichungen vom Idealmaß; steifere Verarbeitungen verlangen dagegen ein exakteres Maß. Feine Gewebe wie Monofilament am Oberkopf oder eine zarte Lace-Front am Ansatz bringen zusätzlich Leichtigkeit und einen natürlichen Look mit. Welche Monturarten es gibt und welche zu welchem Anspruch passt, habe ich für das Wellkamm Informationsportal in einem eigenen Überblick über die Perückenarten zusammengestellt.
Für wen ist welche Größe die beste Lösung?
Wenn Ihr gemessener Umfang zwischen 54 und 56 cm liegt, ist Average Ihre Größe – hier wartet die größte Auswahl an Frisuren und Farben. Wenn Sie unter 54 cm messen oder Einheitsmützen Ihnen regelmäßig zu groß sind, greifen Sie zu Petite: Eine zu weite Perücke wirkt schnell voluminöser als gewollt und sitzt unruhig. Wenn Sie über 56 cm messen oder Druckgefühle von Mützen und Haarreifen kennen, ist Large die komfortable Wahl – lieber eine echte Sondergröße als eine auf Dauer spannende Standardmontur. Und wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, gilt die einfache Regel: größer wählen, enger stellen.
Die Größe stimmt – und jetzt? Der Moment, in dem Sie die Perücke zum ersten Mal aufsetzen, entscheidet darüber, ob der Ansatz natürlich wirkt und der Sitz den ganzen Tag hält. Mit welchem Handgriff Sie dabei nie danebengreifen, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt im Beitrag Die Perücke richtig aufsetzen.
So wird es gemacht
- Messen Sie Ihren Kopfumfang: Führen Sie ein flexibles Maßband (oder eine Schnur) entlang des Haaransatzes von der Stirn hinter den Ohren über den Nacken zurück zur Stirn – und messen Sie zur Sicherheit zweimal.
- Vergleichen Sie den Wert mit der Tabelle: 54 bis 56 cm bedeutet Average, darunter Petite, darüber Large. Notieren Sie sich Ihre Größe für die Modellsuche.
- Stellen Sie die Passform fein ein: Wählen Sie bei Zwischenwerten die größere Variante und justieren Sie die Verstellbänder im Nacken, bis die Perücke bequem anliegt, ohne zu drücken.
Häufige Fragen zur Perückengröße (FAQ)
Wie messe ich meine Perückengröße?
Sie legen ein flexibles Maßband an der Stirn knapp über den Augenbrauen an, führen es hinter den Ohren entlang und über den Nacken zurück zur Stirn. Der abgelesene Wert in Zentimetern ist Ihre Perückengröße. Messen Sie zweimal, um Ablesefehler auszuschließen.
Welche Perückengröße ist die häufigste?
Die Größe Average (M) mit 54 bis 56 cm Kopfumfang ist die mit Abstand häufigste Perückengröße und gilt als Standardmaß der Branche. Sie passt dem allergrößten Teil aller Trägerinnen, weil elastische Monturen und Verstellbänder zusätzlich Spielraum schaffen (Stand 06/2026).
Kann ich meine Hutgröße als Perückengröße verwenden?
Nein, die beiden Maße sind nicht austauschbar. Die Hutgröße wird waagerecht über den Ohren genommen, die Perückengröße entlang des Haaransatzes hinter den Ohren – dadurch entstehen unterschiedliche Werte. Messen Sie für die Perücke daher immer neu.
Lässt sich die Größe einer Perücke verstellen?
Ja, moderne Perücken haben im Nackenbereich Klettverschlüsse, Häkchen oder elastische Züge, mit denen Sie den Umfang um mehrere Zentimeter anpassen. Deshalb gilt bei Zwischenwerten: die größere Größe wählen und enger stellen.
Was passiert, wenn die Perücke zu klein ist?
Eine zu kleine Perücke drückt an Stirn und Schläfen, kann auf Dauer unangenehm werden und hebt sich am Nacken leicht ab. Da Monturen kaum Reserven nach außen haben, hilft hier meist nur der Wechsel auf die nächstgrößere Größe.
Muss ich vor jedem Perückenkauf neu messen?
Einmal sauber gemessen, bleibt Ihr Wert in der Regel lange gültig. Neu messen lohnt sich, wenn sich Ihre Eigenhaarmenge spürbar verändert hat oder eine vorhandene Perücke plötzlich anders sitzt – schon ein Unterschied von einem Zentimeter ist am Kopf deutlich spürbar.
Aktualisiert am: 11. Juni 2026