Der erste Griff zur eigenen Perücke löst bei vielen Frauen Unsicherheit aus: Wird sie halten? Sieht man den Übergang? Die beruhigende Antwort: Mit der richtigen Technik sitzt eine Perücke fest und natürlich – und das Aufsetzen dauert nach kurzer Übung nur noch wenige Sekunden, wie das Aufsetzen einer Mütze. Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie es gelingt.
📋 Das Wichtigste auf einen Blick
- Position: Der Haaransatz der Perücke sitzt etwa vier Finger breit (5–6 cm) über den Augenbrauen.
- Mit Resthaar: Clips bieten ganztägigen Halt – ein Set kostet rund 5–12 €.
- Auf glatter Kopfhaut: Silikonbänder halten 8–12 Stunden (8–25 €), Perücken-Tape 24–72 Stunden und wasserfest (15–35 €).
- Lernkurve: Nach zwei bis drei Übungen vor dem Spiegel wird das Aufsetzen zur Sekunden-Routine.
- Eigene Beobachtung: Bei rund 60 Prozent der Frauen mit Resthaar, die ich über die Jahre beraten habe, genügten Clips allein – ganz ohne Tape oder Kleber.
- Stand: Juni 2026 · Ratgeber vom Wellkamm Informationsportal · ⏱ Lesezeit: ca. 8 Minuten
Wie bereite ich meinen Kopf vor dem Aufsetzen vor?
Eine möglichst glatte Oberfläche ist die halbe Miete – sie entscheidet über den späteren Sitz. Bei vorhandenem Eigenhaar hilft ein Haarnetz oder eine dünne Nylon-Unterziehhaube (etwa 3–8 €): Sie hält die Haare flach und verhindert, dass einzelne Strähnen unter der Perücke hervorschauen.
Längeres Haar binden oder flechten Sie vorher zu kleinen, flachen Zöpfen und fixieren sie mit feinen Haarnadeln, die flach am Kopf anliegen – so entstehen keine Druckstellen. Bei glatter Kopfhaut reinigen Sie die Haut kurz mit einem milden Tuch, denn fettige Stellen mindern den Halt von Silikonbändern und Tape spürbar. Wer zum Schwitzen neigt, kann zusätzlich eine hauchdünne Schicht Kopfhautpuder verwenden.
Wie setze ich die Perücke richtig auf – Schritt für Schritt?
Greifen Sie die Perücke immer am Innenband an den Seiten, nie an den Haaren, und schütteln Sie sie kurz auf, damit das Haar locker fällt. Dann geht es in drei Bewegungen:
1. Position finden: Legen Sie die Vorderkante an der Stirn an – der Haaransatz gehört etwa vier Finger breit (5–6 cm) über die Augenbrauen. Diese Höhe entspricht dem natürlichen Haaransatz und wirkt sofort stimmig. Die Mitte prüfen Sie an der Nasenspitze: Scheitel bzw. Monturmitte liegen genau darüber.
2. Nach hinten gleiten lassen: Ziehen Sie die Perücke langsam über den Kopf nach hinten, wie eine Mütze. Viele Modelle haben kleine Markierungen an den Schläfen („Temple Points“) – sie gehören genau auf Schläfenhöhe.
3. Feinabstimmung am Spiegel: Prüfen Sie den Sitz von vorn und von der Seite. Der Nacken liegt bequem an – weder zu locker noch einschneidend. Die meisten guten Perücken haben dafür verstellbare Klettbänder im Nacken, mit denen sich die Weite um 2–3 Zentimeter anpassen lässt.
Welche Befestigung passt zu meiner Situation?
Die Wahl hängt von drei Fragen ab: Haben Sie noch Eigenhaar? Wie aktiv ist Ihr Alltag? Und wie lange soll die Perücke am Stück halten?
| Befestigung | Geeignet bei | Haltedauer | Kosten (ca.) |
|---|---|---|---|
| Clips | vorhandenem Resthaar | ganztägig | 5–12 € (Set) |
| Silikonbänder | glatter Kopfhaut | 8–12 Stunden | 8–25 € |
| Perücken-Tape | Aktivität, Wind, Anlässen | 24–72 Std., wasserfest | 15–35 € (36 Streifen) |
| Flüssigkleber | dauerhaftem Tragen (Fachanleitung) | Wochen | je nach Produkt |
Clips sind kleine, silikonummantelte Spangen an der Monturinnenseite, die ins Eigenhaar greifen – Aufsetzen und Abnehmen dauert Sekunden. Aus meiner Beratungszeit weiß ich: Bei rund 60 Prozent der Frauen mit Resthaar reichte diese Lösung völlig aus. Silikonbänder halten durch Reibung statt Kleben, hinterlassen keine Rückstände und sind besonders sanft zu empfindlicher Kopfhaut. Tape ist die sicherste Wahl für lange Tage, Wind und Sport. Flüssigkleber hält wochenlang, gehört aber in fachkundige Anleitung – für den Alltag rate ich davon ab, weil die Kopfhaut Atempausen braucht.
Was mache ich, wenn die Perücke verrutscht oder drückt?
Kleine Anpassungen gehören in den ersten Wochen dazu – fast alles ist lösbar. Druckstellen deuten auf eine zu enge Einstellung hin: Klettband im Nacken etwas lösen, bis noch ein Finger zwischen Band und Kopfhaut passt. Verrutscht die Perücke, ist sie meist zu locker eingestellt oder die Befestigung passt nicht zur Situation.
Ist die Perücke insgesamt etwas zu groß, helfen selbstklebende Silikonpads an der Innenseite (ca. 8–15 €) – sie verkleinern den Umfang spürbar und halten mehrere Monate. Verändert sich die Kopfform oder der Umfang deutlich, lohnt der Weg zum Fachstudio für eine Nachanpassung der Montur.
Sitzt die Perücke einmal richtig, kommt die zweite Hürde von ganz allein: das Gefühl in den ersten Tagen. Wie schnell sich das Tragen natürlich anfühlt, lesen Sie im Beitrag Echthaarperücke: Gefühl und Sicherheit.
Häufige Irrtümer über das Aufsetzen einer Perücke
Hält die Perücke auch bei Bewegung im Alltag?
Ja – mit der passenden Befestigung macht eine Perücke Lachen, Kopfschütteln, Bücken und zügiges Gehen problemlos mit. Die Angst vor dem Verrutschen verschwindet bei den meisten nach wenigen Wochen von selbst, weil der Sitz schlicht zur Gewohnheit wird. Für sehr aktive Tage gibt wasserfestes Tape an den Schläfen die größte Sicherheit. Was beim Training, Schwitzen und Schwimmen sonst noch zählt, lesen Sie im Beitrag Sport und Perücke.
So setzen Sie die Perücke auf – in 3 Schritten
- Vorbereiten: Eigenhaar flach fixieren und Unterziehhaube überziehen – oder glatte Kopfhaut kurz reinigen. Perücke am Innenband greifen und aufschütteln.
- Anlegen: Vorderkante vier Finger breit über den Augenbrauen ansetzen, Mitte an der Nasenspitze ausrichten, dann wie eine Mütze nach hinten überziehen.
- Fixieren: Nackenband einstellen (ein Finger passt noch darunter), Sitz im Spiegel von vorn und seitlich prüfen, bei Bedarf Clips schließen oder Band/Tape andrücken.
Wie Sie Ihr Zweithaar nach dem Tragen waschen, trocknen und lagern, zeigt der große Ratgeber Perücke pflegen und stylen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wo genau soll der Haaransatz der Perücke sitzen?
Etwa vier Finger breit über den Augenbrauen, also rund 5 bis 6 Zentimeter. Diese Höhe entspricht dem natürlichen Haaransatz und wirkt sofort stimmig – ein zu tief sitzender Ansatz wirkt dagegen schnell unnatürlich.
Wie lange dauert es, bis ich meine Perücke sicher aufsetzen kann?
Die meisten beherrschen die Technik nach zwei bis drei Übungen vor dem Spiegel. Danach dauert das Aufsetzen nur noch wenige Sekunden und wird zur Routine wie das Aufsetzen einer Mütze.
Welche Befestigung bietet den sichersten Halt?
Perücken-Tape hält mit 24 bis 72 Stunden am längsten und ist wasserfest. Ohne Kleber sind Silikonbänder mit 8 bis 12 Stunden die beste Wahl; bei vorhandenem Resthaar bieten Clips ganztägigen Halt auf die schonendste Weise.
Was mache ich, wenn sich die Perücke beim Aufsetzen verheddert?
Vor dem Aufsetzen mit einer Perückenbürste durchbürsten und die Perücke nur am Innenband greifen, nie an den Haaren. Verfängt sich doch etwas, abnehmen, sanft entwirren und neu ansetzen.
Welche Perücke lässt sich am leichtesten aufsetzen?
Modelle mit verstellbarem Nackenband und eingearbeiteten Silikonstreifen sind am unkompliziertesten. Welche Monturen es gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt der Überblick der Perückenarten.
Die Redaktion vom Wellkamm Informationsportal stützt sich auf über 30 Jahre Erfahrung in der Zweithaar-Beratung und mehr als 8.000 persönliche Gespräche seit 1993. Heute informiert das Portal redaktionell – es verkauft selbst keine Perücken, sondern zeigt, worauf es bei Auswahl, Sitz und Pflege ankommt.
Aktualisiert am: 10. Juni 2026. Dieser Beitrag ist redaktionell; Preisangaben sind Richtwerte ohne Gewähr.