Warum fallen eigentlich bei der Chemotherapie die Haare aus

Warum fallen eigentlich bei der Chemotherapie die Haare aus ?

Durch die Medikamente (Zytostatika) werden vor allem Zellen geschädigt, die eine hohe Teilungsaktivität besitzen. Sich schnell und häufig teilende Zellen finden sich in Krebs-Tumoren, aber auch in den Schleimhäuten, im Knochenmark und den Haarwurzeln. Da sich die Medikamente im gesamten Körper verteilen, wirken sie auf alle erwähnten Bereiche sehr stark.
Das Haarwachstum wird unterbrochen und die Struktur der Haare geschädigt. Sie sind weniger stabil und brechen schneller ab oder lösen sich einfach aus ihrer Verankerung.
Der Haarausfall beginnt in den meisten Fällen 9 Tage bis vier Wochen nach der ersten Behandlung je nach Diagnose bzw Mittel was verwendet wird. Es ist auch möglich, dass die Haare direkt nach der Behandlung ausfallen. Bei der Medikamentengabe werden die Haare geschädigt. Entweder lösen sich die Haare bei leichtem Ziehen aus der Kopfhaut oder brechen ab, sobald die geschädigten Stellen in die Nähe der Hautoberfläche gelangen.

Fallen die Haare immer aus?

Haarausfall ist eine häufige, aber immer nur vorübergehende Nebenwirkung bei einer Chemotherapie. Vorausgehend oder parallel können auch Schmerzen ( Haarwurzeln ) oder ein Kribbeln in der Kopfhaut auftreten. Die Haare müssen nicht zwangsweise bei jeder Chemotherapie ausfallen. Ob das Kopfhaar gar nicht, teilweise, komplett, oder auch Wimpern, Augenbrauen und Körperbehaarung ausfallen, hängt von folgenden Faktoren ab:

• Medikamente bzw. Kombination
• Dosierung
• Anzahl der Behandlungen
• Das Alter
• Einsatz der Kühlhaube

Haarausfall muss nicht immer auftreten, sprechen Sie daher vorher mit Ihrem Arzt über alle zu erwartenden Nebenwirkungen und lassen Sie sich falls möglich und erwünscht von ihm eine Perücke verschreiben. KK Leistungen erklären wir Ihnen gerne bei uns im Geschäft bei einem Beratungsgespräch.

Wachsen die Haare wieder nach?

nach 4 – 6 Monaten haben Sie wieder einen Kurzhaarschnitt

Welche anderen Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Neben dem Haarausfall sind abhängig vom jeweiligen Medikament folgende Nebenwirkungen häufig anzutreffen:

• Blutarmut, Schwächung der Abwehrkräfte
• Entzündungen der Schleimhäute, Blutungsneigung
• Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit
• Durchfälle, Verstopfung
• Müdigkeit und Erschöpfung

Auftreten und Schwere dieser Nebenwirkungen sind unterschiedlich.

Was kann gegen die Nebenwirkungen getan werden?

Gegen manche dieser Nebenwirkungen, wie etwa Übelkeit, können Medikamente eingesetzt werden. Gegen den Haarausfall kann jedoch präventiv vorgegangen werden mit Hilfe von Hypothermie bzw. der Kältehaube. Es ist unverzichtbar sich zuvor von seinem Arzt über den Einsatz einer Kältehaube beraten zu lassen, da er mit hohen Risiken verbunden ist.

Die Kopfhaut wird mit einem Kühlaggregat in „Mützenform“ (Temperatur etwa -15°C), das auf das nasse Haar gelegt wird, während der Verabreichung der Medikamente unterkühlt und so Blutzirkulation und Zellstoffwechsel stark eingeschränkt. Ziel dieser Maßnahme ist, soweit wie möglich zu verhindern, dass die Medikamente in die Zellen der Haarwurzeln gelangen und diese Schädigen. Die Haube wird von 15 Minuten vor bis 15 Minuten nach der Behandlung getragen und für gewöhnlich alle 30 Minuten gewechselt.

Ähnliche Maßnahmen können auch für die Wimpern, Augenbrauen und falls notwendig auch Finger- und Fußnägel durchgeführt werden. Diese werden jedoch meist von den Krankenhäusern nicht angeboten.

Nagellack kann helfen die Nägel zu schützen. Am Vortag oder auch am Tag der Behandlung zwei Schichten siliziumhaltigen und zwei Schichten nichtperlmuttschimmernden, dunklen Negellack auftragen. Den Nagellack während der gesamten Behandlungsdauer belassen. Falls der Lack abblättert entfernen Sie ihn mit acetonfreiem Nagellackentferner und tragen Sie die vier Schichten erneut auf.

Kopierrecht / Textrechteinhaber/Textauszug von der Seite http://chemotherapie.info-haarausfall.com/index.html

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