Die prophylaktische Brustoperation

Die prophylaktische Brustoperation

Die prophylaktische Brustoperation

Als prophylaktische Brustoperation bezeichnen Mediziner die Entfernung der (noch) gesunden Brust aus Gründen der Krebsvorsorge. Diese Maßnahme kommt jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen in Frage. Sie gilt als sinnvoll, wenn Frauen ein erhöhte s Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken. Allerdings müssen sehr umfassende Voraussetzungen erfüllt sein, bevor der behandelnde Arzt einen derart folgenreichen Eingriff tatsächlich in Erwägung zieht.

Die prophylaktische Brustoperation
Die prophylaktische Brustoperation

Erst Angelina Jolies mutige Entscheidung, sich beide Brüste entfernen zu lassen, machte das Thema prophylaktische Brustoperation allgemein bekannt. Die berühmte Schauspielerin gehört der Risikogruppe von Frauen an, die in Bezug auf Brustkrebs genetisch stark vorbelastet sind. Bereits ihre Mutter verstarb an dieser heimtückischen Krankheit in relativ jungen Jahren.

Eine Abwägung der Krankheitswahrscheinlichkeit ist unverzichtbar

Nur etwa ein Drittel aller Brustkrebserkrankungen geht nach heutigem Kenntnisstand auf den Einfluss der Gene zurück. Bestimmte Genkonstellationen machen das Auftreten der Krankheit wahrscheinlich. Dabei hängt die Höhe der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Brustkrebs neben der individuellen Genkonstellation auch von anderen Faktoren ab. So spielt insbesondere das Lebensalter der betroffenen Frau und die Krankengeschichten von weiblichen Verwandten eine entscheidende Rolle. Je nach der individuellen Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, entwickeln die behandelnden Ärzte ein Vorsorgekonzept. Die prophylaktische Brustoperation stellt in diesem Rahmen eine mögliche Option unter vielen anderen dar. In zahlreichen Fällen einer genetischen Veranlagung für Brustkrebs wird sie nicht empfohlen.

Die Mutation von BRCA Genen als Ursache für Brustkrebs

Wenn das BRCA 1 oder BRCA 2 Gen eine Mutation aufweist, ist das Brustkrebsrisiko stark erhöht. So erkranken Patientinnen mit einem veränderten BRCA 1 Gen mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent an Brustkrebs. Dies betrifft den Zeitraum vor dem Erreichen des 70. Lebensjahres. Für Trägerinnen des mutierten Brustkrebs Gens BRCA 2 liegt diese Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent. In Deutschland ist es bislang nicht üblich, eine entsprechende Genanalyse im Rahmen der Brustkrebsvorsorge durchzuführen. Vielmehr findet dies nur in Verdachtsfällen, die sich aus der Familiengeschichte ergeben, statt.

Auf die Einschätzung des individuellen Brustkrebsrisikos kommt es an

Aus der Feststellung, dass eine Frau ein mutiertes BRCA Gen hat, folgt nicht automatisch die Empfehlung zur Brustamputation. Schließlich ist eine prophylaktische Brustoperation nicht mehr rückgängig zu machen. Sie stellt eine schwere psychische Belastung dar. Jüngere Frauen können nach einem derartigen Eingriff auch nicht mehr stillen. Aus diesem Grund wägen Ärzte die Vor- und Nachteile eines derartigen Eingriffs sorgfältig gegeneinander ab.

Es erweist sich als dabei als sinnvoll, die Erkrankungswahrscheinlichkeit in überschaubarer Zukunft zu analysieren. Für die Ermittlung des persönlichen Brustkrebsrisikos beziehen Gynäkologen den Stammbaum der Patientin mit ein. Er liefert wertvolle Hinweise auf das Alter von weiblichen Angehörigen, in dem der Brustkrebs auftrat. Darüber hinaus beachten Ärzte neben der genetischen Disposition auch weitere Risikofaktoren. Daraus ergibt sich eine Eintrittswahrscheinlichkeit für die nächsten Jahre. Liegt diese nur bei einem niedrigen, einstelligen Prozentsatz, ist eine prophylaktische Brustoperation in aller Regel nicht angezeigt.

Lebenslange Vorsorge

In jedem Fall ist es ratsam für Trägerinnen der Brustkrebsgene, an einem engmaschigen Screening-Programm teilzunehmen. Dies ermöglicht, eine auftretende Erkrankung bereits in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Häufig kommen dann schonende Behandlungen zum Einsatz. Sogar bei einer bereits vorliegenden Erkrankung einer Brust muss die prophylaktische Entfernung der zweiten, gesunden Brust nicht unbedingt empfehlenswert sein. Frauen, die aufgrund ihrer Familiengeschichte genetisch vorbelastet sind, sollten sich an auf Brustkrebs spezialisierte Zentren wenden. Hier finden sie kompetente Spezialisten, die über wesentlich umfangreichere Kenntnisse verfügen als die meisten niedergelassenen Gynäkologen.

Diese Informationen sind Rechtlich und Medizinisch nicht geprüft und dienen rein als Informationen. Fragen zum Thema erklärt sicher gerne Ihr Arzt.